Mittwoch, 14. Juni 2017

Wie man sich denken kann, komm ich, seit meine Tochter geboren wurde, kaum noch zum Schreiben. Die Geburt war alles andere als einfach und auch sie ist leider ein eher kompliziertes Baby. Ich hab die Geburt (die übrigens 50h dauerte) für mich einfach mal niedergeschrieben, um sie verarbeiten zu können.



Geburtsbericht

In der Nacht vom 29. Zum 30. April ging der Schleimpfropf ab. Ab da hatte ich leichte unregelmäßige Wehen. Die waren noch nicht schlimm. Eher wie starke Mensschmerzen, die in den Rücken ziehen.
è 1. Nacht nicht geschlafen.
Am 30. (ET) wollte ich eigentlich abends zu Freunden. Ich hatte den ganzen Tag über etwa alle 20 Minuten Wehen. Schon etwas stärker, aber immer noch gut zu veratmen. Gegen abend wurden sie dann stärker und kam in Abständen von etwa 10 Minuten. Ich sagte also das Treffen ab und rief im Kreissaal an. Dort hat man mir empfohlen, zu baden. Gesagt getan. Die Wehen waren immer noch da und kamen jetzt etwa alle 8 Minuten. Wir machten uns also auf ins KH. Dort angekommen, wurde ich erstmal untersucht. Befund: Muttermund 1cm. Da war ich natürlich schon enttäuscht. Wir haben also auf der Station ein Zimmer bezogen. Die ganze Nacht hatte ich starke Wehen. Etwa alle 6 Minuten.
è 2. Nacht nicht geschlafen.
Am morgen bin ich wieder in den Kreissaal gegangen. Befund: Muttermund 1cm. Da hab ich erstmal geheult, weil die Nacht echt heftig war und rein gar nichts gebracht hat. Die Wehen wurden im Laufe des Vormittags weniger. Zum Glück war schönes Wetter und wir sind viel spazieren gegangen. Was allerdings sehr anstrengend war, weil die Wehen immer stärker wurden. Am Nachmittag dann schon so stark, dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte.
Abends gegen 9 bin ich dann in die Wanne gegangen. Davor bekam ich nen Einlauf von einer nicht besonders netten Hebamme. (Die wurde zum Glück eine Stunde später durch eine sehr nette abgelöst) Immer wieder in kurzen Abständen sehr starke Wehen (Ich dachte man bricht mir das Rückgrad). Da ich langsam mit meiner Kraft am Ende war, bat ich um ne PDA. Die bekam ich auch, mit den Worten „Werden sie gar nicht merken“. Tja, ich habs schon gemerkt und bin zusammengezuckt. Blöderweise saß dadurch das ganze nicht so richtig. Ich hab also rechts von der Wirbelsäule weniger gemerkt und links noch alles. Ich konnte etwa ne halbe Stunde kurz entspannen, weil ich die Wehen weniger gemerkt hab. Danach wurde zwar nochmal nachgespritzt, aber das hatte bei mir iwie kaum Wirkung. Gegen halb eins in der Nacht kam ich dann an den Wehentropf, weil es einfach nicht vorwärts ging und ich fix und alle war. Die PDA hat ab da meiner Meinung nach kaum noch gewirkt. Es war für mich echt Horror. Die Wehen kamen jede Minute. Irgendwann hab ich mich gefühlt, als müsste ich mal groß aufs Klo. Ab da gingen die Presswehen los. Die haben leider auch nochmal etwa 2h gedauert. Nach einer Weile hab ich dann gemerkt, dass das Baby doch nicht hinten rauskommt :D… Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so gehen lassen kann, aber ich hab eigentlich nur noch gebrüllt. Weil ich so fertig und auch verzweifelt war. Irgendwann hat die Hebamme dann die Ärztin angerufen und die kam auch recht schnell. Nach jeder Wehe wurde der Herzschlag beim Baby kontrolliert. Ich glaub, die hatten sich schon fast bissl auf weitere Hilfsmittel eingestellt, weil es nicht vorwärts ging. (Hinterher haben sie auch gesagt, dass sie fast nen Dammschnitt gemacht hätten.) Ich hab zwischendruch geredet wie ein Wasserfall. Alle sagten, ich soll meine Kraft aufsparen, aber es ging iwie nicht anders :D
Kurz vor halb 4 früh kam dann endlich der Kopf raus. Ich hab nie in meinem Leben solche Schmerzen gehabt. Und werde diesen Schmerz auch nie wieder vergessen (Ich heul grad schon wieder fast, wenn ich dran denke). Die Wehe war eigentlich schon durch, aber ich hab nochmal mit aller Kraft gepresst und dann war sie da (3.28 Uhr). (Als die Schulter rauskam fand ichs bei weitem nicht so schmerzhaft). Mein Freund durfte die Nabelschnur durchschneiden und dann durfte ich kuscheln. Allerdings nicht lang. Ich musste genäht werden. Dammriss 2. Grades (trotz Himbeerblättertee und wochenlanger Dammmassage). Und Schamlippenschürfung. Das Nähen hat etwa ne halbe Stunde gedauert und mein Freund durfte währenddessen kuscheln.
è  3. Nacht nicht geschlafen
Die Geburt war das schlimmste lange Wochenende meines Lebens. Ich hatte währenddessen echt Angst, dass ich dieses Kind nicht lieben könnte, weil es mir solche Schmerzen bereitet. Ich habe es aber vom ersten Moment an über alles geliebt.
Am 2. Mai und auch die ersten Tage konnte ich mich kaum bewegen. Mein ganzer Körper war total verkrampft. Ich hab schlecht Luft bekommen und hatte wahnsinnige Gliederschmerzen. Mittlerweile überlege ich, mal zum Osteopathen zu gehen, weil ich denke, dass ich durch die Geburt Blockaden habe. 
Für mich war die Geburt der absolute Horror und ich bin mir sicher, dass K*** ein Einzelkind bleiben wird.

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